Was macht einen guten Personal Coach im Kampfsport aus – und wie wird man überhaupt einer? In Episode 22 von Weiter im Chaos ist Philemon Ghibli zu Gast: ehemaliger MMA-Kämpfer, Sportwissenschaftler und High Performance Coach, der seinen Weg vom Käfig in die Selbstständigkeit gemacht hat. Diese Episode steckt voller ehrlicher Einblicke zu Mindset, Selbstmanagement und dem, was Spiritualität wirklich bedeutet.

Was dich in dieser Episode erwartet

  • Wie ein chronischer Tinnitus Philemons Kampfkarriere beendete – und eine neue eröffnete
  • Warum kampfsportorientiertes Personal Training sich grundlegend von klassischem PT unterscheidet
  • Das High Performance Hippie Konzept: Motivation, Fokus, Struktur und Erholung als Dreieck
  • Warum Erholung das Fundament jeder nachhaltigen Leistung ist – nicht der Bonus
  • Was Spiritualität wirklich bedeutet und warum sie da anfängt, wo Sprache aufhört
  • Wie Ayahuasca-Erfahrungen Philemons Verständnis von Bewusstsein verändert haben
  • Was die Radikalen Optimisten in Köln machen und warum das ein echter Spielplatz für neues Coaching ist

Wie wird man vom MMA-Kämpfer zum Personal Coach?

Der Wechsel vom aktiven Kämpfer zum Personal Coach passiert bei Philemon Ghibli nicht aus freiem Willen, sondern durch einen Einschnitt: Ein chronischer Tinnitus macht weitere MMA-Wettkämpfe unmöglich. Was folgt, ist kein Rückzug, sondern ein Umschwenken – von der Matte ins eigene Business als kampfsportorientierter Privattrainer.

Philemon hatte während seines Sportstudiums schon erste Erfahrungen als Trainer gesammelt, wenn er für ausgefallene Trainer einsprang. Als seine eigene Kämpferlaufbahn nach sieben Kämpfen durch den Tinnitus ein unfreiwilliges Ende fand, war der logische nächste Schritt klar: das Wissen als Kämpfer und Sportwissenschaftler weitergeben. Orientierung bot ihm ein befreundeter Personal Trainer, der mit kampfsportorientiertem Training bereits ein funktionierendes Business aufgebaut hatte.

Heute macht Philemon zu 90 Prozent kampfsportbasiertes Personal Training – hauptsächlich mit Unternehmern und Selbstständigen, die Kampfsport als Luxushobby betreiben, nicht als Wettkampfsport. Dazu kommen drei Gruppenkurse pro Woche in einem MMA-Gym sowie rund sieben bis acht Einzel-Trainingseinheiten mit Kunden.

Was ist der Unterschied zwischen High Performance Coaching und klassischem Zeitmanagement?

High Performance Coaching nach Philemons Ansatz dreht sich nicht darum, maximale Leistung um jeden Preis zu erbringen. Es geht um langfristige Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Ausgeglichenheit – Motivation, Fokus und Struktur als Dreieck, mit Erholung als zentralem Fundament in der Mitte.

Philemon nennt sein Konzept bewusst High Performance Hippie: Nicht der hustle-orientierte CEO mit 80-Stunden-Wochen ist das Ziel, sondern jemand, der effizient arbeitet, um möglichst viel Zeit für wirklich sinnvolle Dinge zu haben. Das Prinzip kennt er aus dem Sport: Spitzensportler regenerieren zeitlich mehr, als sie trainieren. Genau diesen Gedanken überträgt er auf den Alltag.

In der Praxis läuft sein Coaching als begleitender Prozess: erst eine Bestandsaufnahme in den vier Bereichen, dann wöchentliche Calls, um gemeinsam Woche für Woche nachzusteuern. Kein einmaliger Videokurs, der alle Probleme löst – sondern echter Sparringspartner im Selbstmanagement.

Warum ist Spiritualität so schwer in Worte zu fassen?

Spiritualität beginnt dort, wo Sprache aufhört. Das ist nicht nur eine philosophische These – für Philemon ist es eine direkte Erfahrung. Erlebnisse, etwa in Ayahuasca-Zeremonien, haben ihm gezeigt, dass Bewusstsein so weit reichen kann, dass kein sprachliches Konzept es noch beschreiben kann.

Das macht ihn skeptisch gegenüber Menschen, die sich als spirituelle Coaches vermarkten. Seine Überzeugung: Wer wirklich versteht, was Spiritualität ist, hält eher die Klappe. Gleichzeitig erkennt er an, dass Sprache und Geschichten trotzdem wichtige Werkzeuge bleiben – etwa in den Mythen und Erzählungen indigener Kulturen, die Wahrheiten vermitteln, ohne sie direkt auszusprechen.

In Bezug auf sein eigenes Reden – als Redner bei den Radikalen Optimisten – beschreibt er es als dauerndes Tanz an der Grenze: Er weiß, dass er mit Sprache niemals vollständig ausdrücken kann, was er meint, gibt aber trotzdem sein Bestes, es zu umschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Kann man als MMA-Trainer wirklich selbstständig leben?

Ja – aber nicht als reiner Gruppentrainer im Verein. Philemon kombiniert Gruppenkurse im Gym mit eigenem Personal Training für Unternehmer und Selbstständige. Die Stundensätze liegen laut Episode bei rund 90 bis 100 Euro. Das Business braucht Struktur, Eigeninitiative und klare Kundensegmentierung.

Was sind die Radikalen Optimisten?

Die Radikalen Optimisten sind eine Community in Köln, die jeden letzten Sonntag im Monat in der Alten Feuerwache zusammenkommt. Rund 50 bis 60 Menschen hören Impulsvorträge, machen Übungen und suchen echte Begegnungen. Philemon ist Mitgründer und nutzt die Treffen auch als realen Testraum für sein Coaching.

Für wen ist kampfsportbasiertes Personal Training geeignet?

Laut Philemon vor allem für Unternehmer und Selbstständige, die Kampfsport als intensives Hobby betreiben wollen – kein Wettkampfziel nötig. Es ist ein Luxushobby mit echtem körperlichem und mentalem Mehrwert, kein klassisches Fitnesstraining mit Liegestützen und Seilspringen.

Fazit und deine 3 Takeaways

Philemon Ghiblis Geschichte zeigt, wie eine erzwungene Pause neue Türen öffnen kann – und wie Kampfsport-Mindset weit über die Matte hinauswirkt. Seine Kombination aus Sport, Selbstmanagement und ehrlicher Auseinandersetzung mit Spiritualität macht diese Episode zu einer der authentischsten im Weiter im Chaos Feed.

  • Erholung ist kein Bonus, sondern Fundament: Plane aktive Erholungsphasen genauso konkret wie deine Arbeitsblöcke – nur wer erholt in die Leistung geht, kann dauerhaft performen.
  • Struktur entlastet den Kopf: Kalender, To-Do-Listen und klare Budgets nehmen Gedanken aus dem Kopf und schaffen mentale Freiheit – ein einfacher, sofort umsetzbarer Schritt.
  • Verkörpere, was du sagst: Egal ob als Coach, Unternehmer oder in der Spiritualität – Integrität zwischen Worten und Handlungen ist der einzige echte Vertrauensbeweis.

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