Ein Jobwechsel während Corona – für viele klingt das nach einer schlechten Idee. Kevin hat es trotzdem gemacht und berichtet in Episode 38 von Weiter im Chaos offen über seine Erfahrungen: Was war schwieriger als erwartet, was hat überraschend gut geklappt und welche Tipps gibt er dir mit auf den Weg, wenn du gerade selbst in einer ähnlichen Situation steckst.

Was dich in dieser Episode erwartet

  • Kevins ehrlicher Erfahrungsbericht: Jobwechsel mitten in der Corona-Krise von einer Digitalagentur zu einer CRM-Unternehmensberatung
  • Warum virtuelles Onboarding schwieriger ist als gedacht – besonders für kommunikative Menschen
  • Konkrete Tipps, wie du mit Unsicherheit beim Jobwechsel umgehst und wann du die HR ansprechen solltest
  • Die Frage nach dem perfekten Chef: Was macht eine gute Führungskraft wirklich aus?
  • Christians Job-Update: Vom Videoschnitt zum XML-Daten-Management für einen Streaming-Sender auf MagentaTV
  • Diskussion über das T-Shaped-Profil – Breite am Anfang der Karriere vs. Spezialisierung später
  • Warum offene Kommunikation und eine gesunde Feedbackkultur wichtiger sind als fachliche Kompetenz allein

Wie läuft ein Jobwechsel während Corona wirklich ab?

Ein Jobwechsel während Corona bedeutet in der Praxis: Du verabschiedest dich virtuell von alten Kollegen, holst deinen Laptop im leeren Büro ab und sitzt dann alleine zu Hause – ohne den typischen Smalltalk, der einem den Einstieg normalerweise leichter macht. Der größte Unterschied zum klassischen Start ist der fehlende spontane Austausch im Büro.

Kevin hatte seinen Vertrag bereits Anfang des Jahres unterschrieben, lange bevor Corona das öffentliche Leben lahmlegte. Die Kündigungsfrist betrug zwei Monate, der neue Job startete im Mai – direkt im Corona-Lockdown. Was ihn überrascht hat: Er dachte, das virtuelle Arbeiten würde ihm als kommunikativer Mensch kaum etwas ausmachen, weil man ja sowieso über WhatsApp und Teams kommuniziert. Doch der echte Unterschied liegt im Ungeplanten – dem kurzen Gespräch in der Küche, dem spontanen Reinsitzen in ein Meeting, dem Feierabendbierchen mit dem Team. All das fehlt komplett.

Sein wichtigster Tipp: Geh aktiv auf die HR-Abteilung des neuen Arbeitgebers zu und frag offen nach, wie es dem Unternehmen geht. Die HR-Leute bei seiner neuen Firma waren ehrlich – sie gaben zu, dass vieles unsicher ist, machten aber klar, warum man ihn strategisch eingestellt hat. Das hat Kevin die nötige Sicherheit gegeben, um ruhiger in die Probezeit zu starten.

Was macht eine gute Führungskraft aus – Fachkompetenz oder Soft Skills?

Eine gute Führungskraft braucht vor allem drei Dinge: Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter, Loyalität – also im Zweifelsfall hinter dem Team zu stehen – und Wissensdurst, also echtes Interesse daran zu verstehen, was das Team tut. Fachliche Kompetenz ist wichtig, aber Soft Skills wiegen mindestens doppelt so schwer.

Kevin und Christian sind sich in dieser Episode einig: Die beste Führungskraft ist nicht die, die am lautesten sagt, was zu tun ist. Sie gibt Raum, gibt Feedback – und nimmt auch welches an. Kevin nennt das eine gesunde Feedbackkultur: Die Führungskraft sagt dir offen, wenn etwas nicht gut war, und ist gleichzeitig in der Lage, selbst Kritik anzunehmen. Das klingt simpel, ist in der Praxis aber selten.

Christian ergänzt aus eigener Erfahrung: Er hat in einem früheren Job erlebt, wie ein Chef ihn einfach mit in Kundenmeetings genommen hat – ohne großes Erklären. Einfach zuhören, beobachten, lernen. Das war für ihn einer der wertvollsten Lernmomente. Sein Tipp für alle, die neu in einem Job starten: Fragt proaktiv, ob ihr in Meetings sitzen dürft – auch nur als stille Beobachter. Man lernt enorm viel darüber, wie das Unternehmen wirklich tickt.

Häufig gestellte Fragen

Ist es sinnvoll, während einer Krise den Job zu wechseln?

Das kommt auf die Situation an. Kevin hatte seinen Vertrag bereits vor Corona unterschrieben. Wenn du schon im Prozess bist, lohnt es sich, offen mit der neuen HR zu kommunizieren und die Lage zu klären. Viele Unternehmen stellen auch in Krisenzeiten strategisch ein – gerade in digitalen Bereichen wie CRM oder Content.

Wie funktioniert virtuelles Onboarding im Homeoffice?

Virtuelles Onboarding funktioniert technisch gut über Tools wie Microsoft Teams. Was fehlt, ist der spontane soziale Austausch: kein Smalltalk, keine ungeplanten Gespräche, kein Reinsitzen in Meetings. Wer kommunikativ ist und viel Energie aus persönlichem Kontakt zieht, sollte sich bewusst Zeit für virtuelle Kaffeepausen oder Team-Calls einplanen.

Was ist ein T-Shaped-Profil und warum ist es für die Karriere relevant?

Ein T-Shaped-Profil bedeutet: breites Grundwissen in vielen Bereichen (der horizontale Balken des T) und tiefe Spezialisierung in einem Bereich (der vertikale Balken). Kevin und Christian sind der Meinung, dass man am Anfang der Karriere ruhig breit aufgestellt sein darf – die Spezialisierung kommt mit der Zeit und der eigenen Erfahrung.

Fazit und deine 3 Takeaways

Ein Jobwechsel während Corona ist möglich – aber er fordert mehr Eigeninitiative als sonst. Wer offen kommuniziert, proaktiv auf neue Kollegen zugeht und sich bewusst ist, dass virtuelles Kennenlernen einfach länger dauert, kommt gut durch die Startphase. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Episode in drei Punkten:

  • Sprich aktiv mit der HR des neuen Arbeitgebers – frag offen nach der Situation des Unternehmens, bevor du anfängst. Ehrlichkeit auf beiden Seiten schafft Vertrauen und nimmt Druck aus der Probezeit.
  • Sitze proaktiv in Meetings – auch wenn du neu bist. Als stiller Beobachter lernst du mehr über die Arbeitsweise eines Unternehmens als durch jedes Onboarding-Dokument. Virtuell geht das per Videocall, im Büro einfach mitgehen.
  • Bewertet Führungskräfte nicht nur nach Fachkompetenz. Vertrauen, Loyalität und die Fähigkeit, ehrliches Feedback zu geben und anzunehmen, sind langfristig entscheidender als technisches Know-how.