Selbstständigkeit 2021 konkret zu planen bedeutet mehr als nur Träume aufzuschreiben – es bedeutet, sich mit Versicherungen, Bürokratie und realistischen Zielen auseinanderzusetzen. Genau das machen Christian und Kevin in Episode 48 von Weiter im Chaos: offen, ehrlich und ohne Schönfärberei. In dieser Folge erfährst du, wie ein Filmemacher den Sprung in die Vollzeit-Selbstständigkeit plant, warum die Künstlersozialkasse so wichtig ist und was hinter dem neuen Podcast-Design steckt.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Kevin besteht seine Probezeit und verliert endlich den Junior-Titel – was das für seine Karriere bedeutet
- Christian erklärt seine aktuelle Mischstrategie aus Arbeitslosengeld und Selbstständigkeit als Filmemacher
- Warum die Künstlersozialkasse (KSK) für kreative Freelancer ein echtes Gamechanger sein kann
- Das neue Podcast-Design von Weiter im Chaos: Thumbnails, Zitat-Grafiken und die knappe Abstimmung dahinter
- Wie Videotagebücher und Journaling helfen, Ziele langfristig zu verfolgen und sich selbst zu reflektieren
- Die SMART-Methode zur Zielsetzung – und warum kurzfristige Ziele oft die langfristigen verdrängen
- Was Social Entrepreneurship mit Kevins Wunsch nach einem eigenen Unternehmen zu tun hat
Wie plant man Selbstständigkeit 2021 als Filmemacher realistisch?
Als Filmemacher in die Vollzeit-Selbstständigkeit zu starten bedeutet, Einnahmen aktiv zu managen. Eine bewährte Übergangsstrategie ist die Kombination aus Arbeitslosengeld und selbstständigen Aufträgen: Wer Aufträge hat, meldet sich arbeitend beim Arbeitsamt, zahlt eigene Versicherungsbeiträge und erhält kein ALG. In auftragsschwachen Wochen greift das Sicherheitsnetz.
Genau diesen Weg geht Christian aktuell. Er hat mit dem Arbeitsamt gesprochen und sich bewusst gegen ein offizielles Förderprogramm entschieden – wegen Corona und der damit verbundenen Unsicherheit für Selbstständige. Stattdessen fährt er eine flexible Variante: Wenn Aufträge da sind, arbeitet er. Wenn nicht, ist er offiziell arbeitslos gemeldet. Nächste Woche ist für ihn zum Beispiel bereits komplett ausgebucht.
Sein großes Ziel für 2021: dieses Modell komplett ablegen und fulltime selbstständig sein. Die Grundlage dafür ist ein Ankerkundenprojekt, das ihm regelmäßige Einnahmen sichert – und von dem aus weitere Aufträge entstehen sollen.
Was ist die Künstlersozialkasse und lohnt sie sich für Freelancer?
Die Künstlersozialkasse (KSK) ist eine staatlich geförderte Einrichtung, die Künstlern und Kreativen mit unregelmäßigem Einkommen hilft, sich günstiger zu versichern. Die KSK übernimmt die Hälfte der Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge. Zusätzlich zahlen auch Auftraggeber einen kleinen Prozentsatz auf jede Rechnung ein.
Christian empfiehlt die KSK ausdrücklich für Fotografen, Filmemacher und andere kreative Selbstständige. Der Haken: Man muss bestimmte Kriterien erfüllen, um aufgenommen zu werden. Wer sich selbstständig machen will und zur Zielgruppe gehört, sollte die KSK unbedingt frühzeitig recherchieren – denn der Unterschied zwischen privater und gesetzlicher Versicherung kann monatlich mehrere hundert Euro ausmachen.
Kevin bringt dazu ein konkretes Rechenbeispiel: Gesetzlich versichert könnten bis zu 800 Euro monatlich fällig werden, privat versichert dagegen nur rund 200 Euro. Langfristig muss man aber bedenken, dass private Versicherungsbeiträge mit dem Alter steigen.
Häufig gestellte Fragen
Wie setzt man realistische Ziele für die Selbstständigkeit?
Die SMART-Methode hilft: Ziele sollten spezifisch, messbar, annehmbar, realisierbar und terminierbar sein. Christian und Kevin empfehlen zusätzlich, Ziele regelmäßig im Journal oder per Videotagebuch festzuhalten und sie halbjährlich zu überprüfen und anzupassen – weil sich Prioritäten im Leben ständig verändern.
Kann man als Freelancer gleichzeitig Arbeitslosengeld bekommen?
Ja, unter bestimmten Bedingungen. Wer sich beim Arbeitsamt als selbstständig tätig meldet, wenn Aufträge vorliegen, und sich in auftragsfreien Zeiten wieder arbeitslos meldet, kann diese Kombination nutzen. Das Arbeitsamt muss darüber informiert sein – Transparenz ist dabei zwingend erforderlich. Im Zweifel immer individuell beraten lassen.
Warum ist Word of Mouth für Kreative so wichtig?
Weil viele Kreative kaum klassisches Marketing betreiben und trotzdem wachsen. Christian gibt an, kein aktives Marketing zu machen – seine Aufträge kommen ausschließlich über Weiterempfehlungen. Wer gute Arbeit liefert, auch bei kleinen oder kostenlosen Projekten, baut so organisch ein Netzwerk auf, das langfristig trägt.
Fazit und deine 3 Takeaways
Episode 48 ist eine der ehrlichsten Folgen von Weiter im Chaos: Zwei junge Männer reden offen über Geld, Unsicherheit, Versicherungsfragen und die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Sprung in die Selbstständigkeit ist. Keine perfekten Antworten – aber echte Einblicke, die weiterhelfen.
- KSK prüfen: Wenn du als Kreativer oder Künstler selbstständig bist oder es werden willst, informiere dich jetzt über die Künstlersozialkasse – die halbierten Beiträge können entscheidend sein.
- Hybrid-Modell nutzen: Der Übergang in die Selbstständigkeit muss kein Sprung ins kalte Wasser sein. Eine kombinierte Strategie aus Auftragsarbeit und sozialem Netz gibt dir Sicherheit, während du deinen Kundenstamm aufbaust.
- Ziele aufschreiben und überprüfen: Egal ob Journal oder Videotagebuch – wer seine Ziele festhält und regelmäßig reflektiert, kommt nachweislich weiter. Das nächste Jahresende kommt schneller als gedacht.



