Vegan werden – klingt radikal, ist aber oft ein schleichender Prozess. In Episode #67 von Weiter im Chaos spricht Kevin mit seiner guten Freundin Rosalie Meyer offen darüber, wie beide den Schritt in die vegane Ernährung gemacht haben, welche Mythen dabei im Weg stehen und warum es vielleicht einfacher ist, als du gerade denkst. Hier bekommst du die wichtigsten Insights aus dem Gespräch – kompakt und ohne Bullshit.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Wie Rosalie über Basenfasten und eine Brasilienreise zum Veganismus gefunden hat – und warum Ekel manchmal ein stärkerer Motivator ist als Ethik
- Warum Veganismus kein Schalter ist, sondern ein Prozess – und das völlig okay ist
- Welche Ersatzprodukte wirklich überzeugen (und bei welchen noch Luft nach oben ist – Scheibenkäse, wir schauen dich an)
- Die drei klassischen Gründe für Veganismus: Tierschutz, Klimaschutz und Gesundheit – und warum sie oft in unterschiedlicher Reihenfolge ankommen
- Mythen rund um Protein, Soja, Kosten und das Argument ‚wir haben schon immer Fleisch gegessen‘
- Buchempfehlungen, YouTube-Kanäle und Dokus, die den Einstieg leichter machen
- Wie Rosalie mit skeptischen Reaktionen aus Familie und Freundeskreis umgegangen ist
Wie kann man am einfachsten vegan werden – wo fängt man an?
Vegan werden funktioniert am besten schrittweise: Erst ein Produkt weglassen, dann das nächste. Für viele ist die Kuhmilch im Kaffee der härteste Schritt – aber sobald du eine gute Hafermilch gefunden hast, fällt vieles leichter. Kein Druck, kein großer Cut, einfach ausprobieren.
Rosalie hat es so beschrieben: Erst wurde Fleisch immer weniger, dann kamen die Meerestiere dran, und erst nach einiger Zeit der vollständige Schritt zu vegan. Kevin wiederum hat angefangen, als er gemerkt hat, wie viel besser er sich ohne Kuhmilch gefühlt hat – rein körperlich. Der Punkt ist: Es gibt nicht den einen richtigen Einstieg. Was zählt, ist der erste Schritt.
Ein konkreter Tipp aus der Folge: Melde dich beim Veganuary an. Du bekommst 31 Tage lang täglich Rezepte, Infos und Motivation – und kannst nicht nur im Januar starten, sondern jeden Monat. Außerdem lohnt es sich, einfach mal durch die veganen Ersatzprodukte im Supermarkt zu probieren. Beyond Meat Burger, Rügenwalder Schnitzel, Like Meat Dönerfleisch – viele davon überzeugen im Blindtest problemlos.
Ist vegane Ernährung wirklich gesünder – oder nur ein Trend?
Vegane Ernährung kann sehr gesund sein, wenn man sie bewusst gestaltet. Das einzige, was die meisten Veganer:innen dauerhaft supplementieren sollten, ist Vitamin B12 – allerdings wird dieses Vitamin auch dem Tierfutter zugesetzt, weil Nutztiere oft kein natürliches Gras fressen. Wer Fleisch isst, nimmt B12 also indirekt über das Tier auf.
Rosalie bringt ein gutes Beispiel: Ihre Mutter hatte trotz Fleischkonsum einen krassen B12-Mangel. Veganer:innen sind oft gesünder informiert über ihre Ernährung, weil sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen müssen, was sie essen. Das ist ein echter Vorteil. Dr. Michael Greger und sein Buch ‚How Not to Die‘ werden in der Episode als wissenschaftliche Quelle empfohlen – ohne jeglichen Fokus auf Tierschutz, nur auf Gesundheit.
Und zum Mythos ‚vegan ist teuer‘: Hülsenfrüchte, Gemüse, Getreide, Reis, Linsen – das sind alles Grundnahrungsmittel, die günstig sind. Die Ersatzprodukte können teurer sein, aber wer Bio-Fleisch kauft, zahlt ähnliche Preise. Billiges Fleisch ist nur deshalb billig, weil es mit Milliarden subventioniert wird – auf Kosten der Tiere und der Umwelt.
Häufig gestellte Fragen
Woher bekommen Veganer:innen genug Protein?
Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen, aber auch Tofu, Tempeh, Seitan und Sojaprodukte liefern reichlich Protein. Wer sich abwechslungsreich ernährt, hat damit kein Problem. Der Protein-Mythos ist einer der hartnäckigsten rund um vegane Ernährung – und einer der am leichtesten widerlegbaren.
Ist Veganismus wirklich besser für das Klima?
Ja, deutlich. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden rund 15.000 Liter Wasser verbraucht. Dazu kommt: 98 Prozent des angebauten Sojas weltweit gehen in die Tierfutterproduktion – nicht in vegane Produkte. Weniger Fleischkonsum ist einer der wirksamsten individuellen Hebel gegen den Klimawandel.
Muss man als Veganer:in komplett auf alles verzichten?
Nein, Perfektion ist nicht das Ziel. Rosalie nennt es selbst: Wer unterwegs mal keine vegane Option findet, macht trotzdem einen Unterschied durch den Alltag. Es geht darum, bewusst zu entscheiden – und den eigenen Konsum schrittweise anzupassen. Jeder Schritt zählt.
Fazit und deine 3 Takeaways
Vegan werden ist kein Sprint, sondern ein Prozess – und der sieht bei jedem anders aus. Was Rosalie und Kevin in dieser Episode klar machen: Du brauchst keine perfekte Motivation, kein Trauma und keine moralische Überzeugung von Anfang an. Manchmal reicht eine Reise, eine Doku oder einfach eine gute Hafermilch.
- Fang mit einem Schritt an: Lass eine Woche lang die Kuhmilch weg oder ersetze ein Fleischgericht durch eine vegane Alternative – und schau, wie es sich anfühlt.
- Informier dich: Schau dir Cowspiracy, Hope for All oder das YouTube-Format von Vegan ist ungesund an – und dann entscheide selbst.
- Kein Druck, kein Perfektionismus: Ob du 80 oder 100 Prozent vegan lebst – jede Entscheidung gegen Leid zählt. Probier einfach aus, was für dich funktioniert.
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