Das Ikigai Modell kann dir helfen, herauszufinden, was dich wirklich antreibt – und genau darum geht es in Episode 89 von Weiter im Chaos. Christian und Kevin sprechen über Leidenschaft, Selbstfindung und den Moment, in dem Arbeit sich nicht mehr wie Arbeit anfühlt. Dazu gibt es wilde Kanu-Abenteuer aus Schweden, ein neues Fahrrad und die Frage: Warum macht uns das Deep-Dive-Gefühl so glücklich?

Was dich in dieser Episode erwartet

  • Kanu-Tour in Schweden: Christian paddelt mit drei Freunden eine Woche durch schwedische Seen – gegen Sturm, Wellen und die eigene Erschöpfung.
  • Ikigai Modell erklärt: Was steckt hinter den vier Bereichen – was du liebst, worin du gut bist, womit du Geld verdienst und was die Welt braucht?
  • Leidenschaft und Beruf verbinden: Wie Kevin versucht, seine kreativen Tätigkeiten und Hobbys in sein Arbeitsmodell zu integrieren.
  • Fahrradfieber und Deep Dives: Warum Kevin sich nach dem Kauf eines neuen Fahrrads komplett in die Triathlon-Welt reindenkt – und was das mit Motivation zu tun hat.
  • Pirate Moments im Job: Warum Kevin sich bewusst vornimmt, einmal pro Woche gegen den Strom zu schwimmen.
  • Generationenvergleich bei Arbeitswerten: Was unterscheidet unsere Generation von der unserer Eltern und Großeltern, wenn es ums Arbeiten geht?
  • Zuhörer-Story: Eine Kollegin fährt wegen des Podcasts eine Station zu weit – und das ist das beste Kompliment, das man bekommen kann.

Was ist das Ikigai Modell und wie wendet man es an?

Das Ikigai Modell ist ein japanisches Konzept für Lebenssinn und besteht aus vier Bereichen: was du liebst, worin du gut bist, womit du Geld verdienen kannst und was die Welt braucht. Wo sich alle vier Bereiche überschneiden, liegt dein persönliches Ikigai – dein Lebensgrund und deine tiefste Motivation.

Christians Bruder hat das Modell ins Gespräch gebracht, weil er sich beruflich neu orientieren will. Christian hat es dann auf sich selbst angewendet – nicht weil er unglücklich ist, sondern weil er noch mehr aus seinem Job und seinem Leben herausholen möchte. Er hat sich aufgeschrieben, was er liebt: Reisen, Dinge bauen, Abenteuer, produktiv sein, Musik machen, organisieren. Und dann geschaut, wie das mit seinem Beruf als Videograf zusammenpasst.

Besonders spannend: Er hat den Spieß auch umgedreht und aufgeschrieben, was ihn ablenkt – Social Media, Schach zwischendurch. Das klingt simpel, hat aber eine echte Wirkung. Wenn man es schwarz auf weiß sieht, fällt es leichter, bewusst damit umzugehen. Die Methode funktioniert nicht als einmaliger Test, sondern als laufender Reflexionsprozess.

Wie hilft eine Outdoor-Erfahrung dabei, den eigenen Alltag zu hinterfragen?

Extreme Outdoor-Erlebnisse wie eine Kanu-Tour in Schweden reißen dich sofort aus dem Alltag heraus – nicht nach ein paar Tagen Akklimatisierung wie im normalen Urlaub, sondern von der ersten Stunde an. Du bist gezwungen, im Moment zu sein, Fehler haben direkte Konsequenzen und Teamwork ist keine Theorie, sondern Überlebensstrategie.

Christian und seine drei Freunde haben das hautnah erlebt: Am ersten Tag paddeln sie gegen 40 km/h Wind mit vollbeladenen Kanus, die Beine versagen nach der Ankunft, nachts muss noch das Lager aufgebaut und Feuer gemacht werden. Es gibt keine Auszeit. Aber genau das erzeugt einen ungewöhnlichen Klarheitszustand – man denkt über Dinge nach, die im Alltag untergehen.

Christian beschreibt es als dauerhaftes Pendeln zwischen hohen Peaks: volle Anstrengung beim Paddeln, kurze Erholung, dann wieder Holz suchen, kochen, Lager aufbauen. Dieses Muster – konsequent im Hier und Jetzt – hat ihn dazu gebracht, das Ikigai Modell ernsthaft auszufüllen. Manchmal braucht man ein paar Tage ohne Smartphone und Kühlschrank, um zu merken, was wirklich wichtig ist.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten die vier Bereiche des Ikigai Modells konkret?

Die vier Bereiche sind: was du liebst, worin du talentiert bist, womit du Geld verdienen kannst und was die Welt braucht. Leidenschaft entsteht zwischen Liebe und Talent, Profession zwischen Talent und Geld, Berufung zwischen Geld und Weltbedarf, Mission zwischen Liebe und Weltbedarf. Das Ikigai selbst liegt im Zentrum, wo sich alle vier überschneiden.

Muss Ikigai immer mit dem Beruf zu tun haben?

Nein. Ikigai ist zunächst ein Konzept für Lebenssinn insgesamt, nicht nur für den Job. Was du liebst und worin du gut bist, muss nicht automatisch zur Arbeit werden. Es geht darum, dass du Dinge tust, die dich erfüllen – ob beruflich oder privat. Der beste Fall ist natürlich, wenn beides zusammenfällt.

Warum macht ein Deep Dive in ein neues Hobby so glücklich?

Ein tiefer Einstieg in ein neues Thema aktiviert Neugier, Lernfreude und das Erleben von Fortschritt – drei starke Glückstreiber. Kevin beschreibt es am Beispiel Fahrradfahren: Man wird schneller, bekommt positive Resonanz von Fremden und entdeckt eine ganz neue Welt. Dieses Gefühl kennt fast jeder, der sich jemals ernsthaft für etwas Neues begeistert hat.

Fazit und deine 3 Takeaways

Episode 89 ist eine ehrliche Reflexion über Leidenschaft, Sinn und die Frage, wie man das Beste aus dem eigenen Leben macht – ohne dabei abgehoben zu klingen. Christian und Kevin zeigen, dass Selbstfindung kein einmaliges Event ist, sondern ein laufender Prozess, der manchmal einen Sturm auf einem schwedischen See braucht, um anzufangen.

  • Füll das Ikigai Modell aus – aber ehrlich: Schreib nicht, was du solltest, sondern was wirklich stimmt. Auch die Ablenkungen gehören dazu.
  • Gönn dir einen echten Kontrastmoment: Ob Kanu-Tour, Fahrradfahren oder Wandern – Erlebnisse, die dich aus dem Alltag reißen, schaffen Klarheit, die kein Workshop ersetzen kann.
  • Lass Begeisterung zu: Wenn dich etwas packt – ein neues Hobby, ein Thema, eine Methode – dann dive rein. Dieser Zustand ist kein Zeitverlust, er ist der Anfang von etwas Echtem.