Kreativität durch Spielen klingt erstmal nach Kindergarten – aber genau das ist der Punkt. In Episode 92 von Weiter im Chaos drehen Christian und Kevin buchstäblich am Rad: Ein Zufalls-Spinwheel liefert die Themen, ein Innovation-Consultant liefert den theoretischen Unterbau, und am Ende stecken da mehr echte Insights drin, als man erwarten würde. Was Langeweile, Masken der Männlichkeit und ein Gameboy-Urlaub miteinander zu tun haben – das erfährst du hier.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Das Spinwheel-Experiment: Kevin bringt ein Zufalls-Rad mit, das spontan Gesprächsthemen wirft – von Wald bis Toilette.
- Innovation Consultant Till Hasbach: Drei konkrete Prinzipien, wie spielende Organisationen echte Innovation erzeugen.
- „Yeah, and“ statt „Yeah, but“: Warum ein einziges Wort den Unterschied zwischen Stillstand und Kreativität macht.
- Langeweile als Produktivitäts-Tool: Warum Nichtstun das Gehirn entlastet und Kreativität freisetzt – belegt durch Christians eigene Erfahrung.
- Masken der Männlichkeit: Ein ehrliches Gespräch darüber, warum Männer keine Gefühle zeigen sollen – und warum das Quatsch ist.
- Selbstständigkeit im Alltag: Kevin schreibt jeden Tag Rechnungen und findet das entspannend – ein realer Einblick ins Freelancer-Leben.
- Gameboy, Urlaub und Nostalgie: Franzis Überraschung mit einem Gameboy Advance SP zeigt, dass die besten Ideen manchmal aus der Vergangenheit kommen.
Wie fördert Spielen Innovation in Unternehmen?
Spielen fördert Innovation, weil es drei Dinge gleichzeitig tut: Es erweitert das Spielfeld (mehr Freiheit für eigene Projekte), ersetzt blockierendes „Yeah, but“ durch aufbauendes „Yeah, and“, und erzeugt Überraschungen, die Neugier und damit neue Ideen auslösen. Das sind die drei Kernprinzipien von Innovation Consultant Till Hasbach.
Kevin hat Till Hasbach als Speaker bei einem virtuellen Event moderiert. Hasbachs Ansatz klingt simpel, ist aber radikal: Wer in Meetings immer nur sagt, warum etwas nicht geht, killt Kreativität systematisch. Das „Yeah, and“-Prinzip kommt aus dem Improtheater und bedeutet: Du nimmst jede Idee an und baust darauf auf, anstatt sie sofort zu limitieren. Google hat das übrigens schon früher praktiziert – mit der 20-Prozent-Regel, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Fünftel ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte nutzen durften.
Das Spinwheel-Spiel, das Till mitgebracht hat, zeigt das Prinzip live: Zufallswörter wie „Küste“ und „Regenbogen“ werden kombiniert, dann kommt eine Einschränkung dazu (etwa: nur für Rollstuhlfahrerinnen), und plötzlich entsteht ein konkretes Geschäftsmodell. Klingt chaotisch – funktioniert erstaunlich gut.
Warum ist Langeweile gut für die Kreativität?
Langeweile ist gut für die Kreativität, weil das Gehirn in dieser Zeit zur Ruhe kommt, Gedanken im Hintergrund sortiert und neue Verbindungen herstellt. Echter Leerlauf – also weder Podcast hören noch scrollen – gibt dem Kopf die Möglichkeit, sich zu regenerieren und kreative Impulse zuzulassen.
Christian hat das zufällig am eigenen Leib erlebt: Er wartet fast eine Stunde an einer Bahnstation auf seine Freundin Franzi – die längst mit dem Auto nach Hause gebracht wurde und noch in einem Gespräch feststeckt. Kein Handy, kein Podcast, einfach nur Warten. Das Ergebnis? Er fährt komplett runter, obwohl er vorher nach einem langen Arbeitstag total überladen war. Seine Aussage danach: Er war entspannter als den ganzen Tag zuvor.
Das passt zu dem, was Kevin aus einem Blinkist-Blink mitgenommen hat: Langeweile ist kein Problem, das man lösen muss – sie ist ein Werkzeug. Wer sich traut, einfach mal nichts zu tun, gibt seinem Kopf den Reset, den kein Productivity-Hack ersetzen kann.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Yeah, and“ statt „Yeah, but“ im Business-Kontext?
„Yeah, and“ bedeutet, dass du eine Idee grundsätzlich annimmst und darauf aufbaust, anstatt sofort Einwände zu nennen. Im Business-Kontext verhindert „Yeah, but“ Innovation, weil es Ideen sofort mit Ressourcen- oder Budget-Argumenten abwürgt. „Yeah, and“ hält den kreativen Fluss am Laufen und führt zu größerem Denken.
Wie kann man spielerisches Denken im Alltag trainieren?
Eine einfache Methode ist das Spinwheel-Prinzip: Zwei zufällige Begriffe kombinieren, eine Einschränkung hinzufügen und daraus eine Idee entwickeln. Das zwingt das Gehirn, ungewohnte Verbindungen herzustellen. Auch Brettspiele oder improvisierte Rollenspiele mit Kollegen trainieren das spielerische Denken nachweislich.
Ist Selbstständigkeit wirklich so unbeständig wie oft beschrieben?
Ja – aber das muss kein Problem sein. Kevin beschreibt es ehrlich: Es gibt Monate mit wenig Einnahmen und Monate mit vielen Rechnungen. Wer die Schwankungen akzeptiert und sich nicht daran aufreibt, kann trotzdem – oder gerade deshalb – entspannt und glücklich selbstständig sein. Transparenz mit sich selbst hilft dabei enorm.
Fazit und deine 3 Takeaways
Episode 92 ist eine der lockereren Folgen von Weiter im Chaos – und gerade deshalb steckt da eine Menge drin. Kreativität durch Spielen ist kein Kinderkram, sondern ein echtes Prinzip, das Innovation-Consultants in Unternehmen einsetzen. Und Langeweile ist kein Fehler im System, sondern ein Feature.
- Sag öfter „Yeah, and“: Beim nächsten Meeting oder Brainstorming – einfach mal alle Einwände für 10 Minuten weglassen und nur aufbauen, was möglich wäre.
- Plane bewusst Leerlauf ein: Kein Podcast, kein Scrollen – einfach mal 20 Minuten sitzen und den Gedanken freien Lauf lassen. Das ist aktive Kreativitätspflege.
- Kombiniere Zufallsbegriffe: Nimm zwei beliebige Wörter, füge eine Einschränkung hinzu und entwickle daraus eine Idee. Klingt albern, funktioniert erstaunlich gut als kreativer Starter.



