Produktivität steigern mit einer App? Christian und Kevin haben beide gefühlt jede To-do-App der Welt ausprobiert – und sind gescheitert. In Episode 95 von Weiter im Chaos erzählt Christian, warum er sich seinen eigenen analogen To-do-Halter aus Holz gebaut hat, was Festivals damit zu tun haben und warum manchmal ein Blatt Papier mehr bringt als jedes digitale Tool. Dazu: Kevins Bali-Urlaub, ein Wolf in Österreich, Roy Bianco live und Bikepacking-Pläne für nächstes Jahr.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Analoges Produktivitätssystem: Warum Christian sich einen Holzhalter für Papier-To-do-Listen selbst gebaut hat – und was das mit James Clears vier Gesetzen der Gewohnheit zu tun hat
- Festivalerfahrung Superbloom: Kevin war ehrenamtlich mit Rosis Stiftung Horizont dabei – und hat Roy Bianco live erlebt (Spoiler: besser als David Guetta)
- Kevin ist durch: Urlaubsvertretung für vier Kollegen, Social-Media-Event organisiert, Praktikantin betreut – und jetzt geht es nach Bali
- Wolf in Österreich: Christian hat auf einer Autofahrt in der Pampa tatsächlich einen Wolf gesichtet – und googelt live nach Wolfszahlen in Deutschland
- Geschäftsidee Holz-To-do-System: Wenn genug Zuhörerinnen Interesse haben, wollen die beiden das Produkt zu Selbstkosten verkaufen
- Bikepacking 2025: Kevin, Christian und Nico wollen eine gemeinsame Bikepacking-Tour planen – Equipment-Überlegungen inklusive
- Ratte im Keller: Christians Cliffhanger der Folge – ein ungebetener Mitbewohner terrorisiert das Snowboard-Equipment
Warum funktioniert eine analoge To-do-Liste besser als eine App?
Eine analoge To-do-Liste funktioniert besser als eine App, weil sie die vier Gesetze der Gewohnheit nach James Clear erfüllt: Sie ist offensichtlich (liegt auf dem Schreibtisch), attraktiv (man hat Bock drauf), befriedigend (Abhaken gibt ein echtes Erfolgsgefühl) und einfach zu nutzen (kein Entsperren, kein Klicken, kein Laden).
Christian hat sich dafür aus Holz einen kleinen Halter gebaut und die Papierzettel im DIN-A6-Format bei Flyeralarm drucken lassen – 250 Stück für rund 30 Euro. Das Original-Produkt aus Amerika kostet 70 Euro für den Halter plus 30 Euro alle zwei Monate für Nachschub, dazu noch 30 Euro Versand. Sein selbstgebautes System kostet insgesamt um die 40 Euro – für ein ganzes Jahr.
Das System selbst ist simpel: Neben jeder Aufgabe gibt es einen Kreis. Einmal umranden bedeutet erledigt, ein halber Kreis steht für halb fertig, ein Plus markiert ein Meeting oder einen Außentermin, ein X bedeutet auf einen anderen Tag verschoben. Klingt banal, funktioniert aber laut Christian deutlich besser als jede App, die er bisher ausprobiert hat – weil er sich nicht zwingen muss, das Ding morgens zu nutzen. Er hat einfach Bock darauf.
Wie plant man einen stressfreien Urlaub trotz Vollgas-Vorbereitungsphase?
Einen stressfreien Urlaub planen gelingt kaum, wenn man vorher für vier Kollegen die Urlaubsvertretung übernimmt, ein Social-Media-Event hostet und gleichzeitig Buddy einer neuen Praktikantin ist. Kevins ehrliche Antwort: Es gelingt dann gar nicht – aber man fährt trotzdem und erholt sich danach.
Kevin fliegt nach Bali, hat am Tag der Aufnahme noch nicht alle Unterkünfte gebucht und hat vergessen, eine Reiserücktrittversicherung abzuschließen. Trotzdem ist seine Stimmung auf elf von zehn – weil er weiß, dass er die Auszeit gerade wirklich braucht. Die letzten Wochen haben ihn nach eigener Aussage so gereizt, dass er sich bei jedem Schmarrn geärgert hat. Sogar ein platter Fahrradreifen hat ihn an seine Grenzen gebracht.
Sein Tipp für alle in ähnlicher Lage: Zumindest die erste Woche planen, eine gute Unterkunft buchen (ihre Bali-Unterkunft mit Whirlpool und Dschungelnähe kostet 30 Euro pro Person und Nacht) – und dann loslassen. Das Buch, das er mitnimmt, heißt übrigens How to do Nothing. Passt.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die vier Gesetze der Gewohnheit nach James Clear?
Die vier Gesetze aus Atomic Habits lauten: Eine Gewohnheit muss offensichtlich, attraktiv, einfach und befriedigend sein. Sind alle vier Punkte erfüllt, baut man eine Routine fast automatisch auf – ohne sich täglich dazu zwingen zu müssen. Christians Holz-To-do-System erfüllt genau diese vier Kriterien.
Was ist Bikepacking und wie kann man damit anfangen?
Beim Bikepacking reist man mit dem Fahrrad und übernachtet unterwegs – oft mit minimalem Gepäck direkt am Rad befestigt. Zum Starten reicht ein solides Gravelbike (ab ca. 500 Euro bei Decathlon), etwas Campingausrüstung und eine Route. Kevin empfiehlt den YouTube-Kanal Fernweh für Inspiration – authentisch, nicht hochglanzpoliert.
Lohnt sich ehrenamtliche Arbeit auf Festivals?
Ja – laut Kevins Erfahrung beim Superbloom-Festival in München bringt ehrenamtliche Arbeit an einem NGO-Stand echte Dankbarkeit von Besuchern, konkrete Kontakte zu potenziellen Werkstudenten und eine Perspektivverschiebung gegenüber dem normalen Arbeitsalltag. Außerdem konnte er trotzdem fast alle Konzerte sehen.
Fazit und deine 3 Takeaways
Episode 95 ist eine dieser bunten Folgen, bei der es keine große These gibt – sondern ehrlichen Alltag: Erschöpfung vor dem Urlaub, ein selbstgebautes Produktivitätssystem und Vorfreude auf Abenteuer. Und genau das macht sie hörenswert.
- Probier analog: Schreib deine To-dos morgen auf ein Blatt Papier statt in eine App – und hak sie physisch ab. Klingt altmodisch, fühlt sich besser an.
- Plane das nächste Abenteuer: Ob Bikepacking, Festival oder Bali – konkrete Pläne mit Freunden halten die Motivation hoch, auch wenn der Alltag gerade voll ist.
- Überwinde den inneren Schweinehund: Kevin wollte nicht zu Teddy Swims – und hatte danach den besten Abend der Woche. Mach das Ding, auf das du eigentlich keine Lust hast.



