LinkedIn Akquise ist gerade eines der mächtigsten Werkzeuge für Selbstständige – wenn man es richtig einsetzt. In Episode 101 von Weiter im Chaos sprechen Christian und Kevin offen darüber, wie aktives Outreach auf LinkedIn funktioniert, warum ehrliches Interesse der beste Verkaufstrick ist und wie Habit Tracking den Unterschied zwischen Vorsatz und Realität zeigt. Plus: eine Buchempfehlung, die dein Verhältnis zu Zeit und To-dos dauerhaft verändern könnte.

Was dich in dieser Episode erwartet

  • LinkedIn Sales Navigator: Wie Kevin täglich 30 Kontakte anschreibt und dabei echte Leads generiert
  • Ehrliches Interesse als Verkaufsstrategie: Warum generische Sales-Pitches floppen und was wirklich funktioniert
  • Habit Tracking im Detail: Beide teilen ihre persönlichen Monatsergebnisse – ungefiltert und ohne Schönfärberei
  • Blitzzement im Stream Deck: Christians kreative (und leicht chaotische) DIY-Lösung gegen wackelnde Hardware
  • Buchempfehlung 4000 Wochen: Warum dieses Buch deine Sicht auf Produktivität auf den Kopf stellt
  • Desk Setup Umbau: Warum ein aufgeräumter Arbeitsplatz direkt die Content-Produktion beeinflusst
  • Serien und Aufmerksamkeit: Outer Banks vs. Game of Thrones – was der Content-Konsum über unsere Gesellschaft verrät

Wie funktioniert LinkedIn Akquise mit dem Sales Navigator wirklich?

LinkedIn Akquise über den Sales Navigator funktioniert so: Du filterst gezielt nach Branche, Region und Entscheidungsposition, schickst eine Vernetzungsanfrage ohne Text, und schreibst erst nach der Annahme eine personalisierte Nachricht. Pro Woche sind maximal 150 Anfragen möglich, bevor LinkedIn es als Spam wertet. Der Schlüssel ist kein generischer Pitch, sondern ein konkreter Bezug zur Person oder Firma.

Kevin macht das gerade täglich: Er besucht die Website des potenziellen Kunden, schaut sich an, wo es hakt – zum Beispiel kein Video Content auf Social Media – und schreibt das direkt an. Kein „Wir sind die Besten“, sondern: „Ich habe gesehen, dass ihr kaum Video nutzt. Ich helfe Unternehmen dabei, dadurch mehr Reichweite und Umsatz zu generieren. Lass uns sprechen.“ Nach vier bis fünf Wochen konsequentem Outreach hat er bereits drei ernsthafte Interessenten, die mit ihm zusammenarbeiten wollen.

Was Kevin außerdem plant: Parallel zum Outreach regelmäßig relevanten Content auf LinkedIn posten. Die Idee dahinter ist, dass Kontakte, die jetzt noch nicht antworten, irgendwann Beiträge sehen und von sich aus Kontakt aufnehmen. Kaltakquise wird so langfristig zur Inbound-Strategie.

Warum funktioniert ehrliches Interesse im Verkauf besser als jeder Sales-Script?

Ehrliches Interesse im Verkauf schlägt jeden vorbereiteten Script, weil Gesprächspartner instinktiv spüren, ob jemand wirklich zuhört oder nur einen Abschluss will. Wer erst fragt, wo der Schuh drückt – Fachkräftemangel, fehlender Video Content, schlechte Prozesse – und dann passende Lösungen anbietet, wird als Partner wahrgenommen, nicht als Verkäufer.

Kevin hat das heute in einem vierstündigen Sales Coaching vertieft: Im ersten Gespräch geht es nicht ums Verkaufen, sondern ums Verstehen. Was beschäftigt das Unternehmen gerade wirklich? Recruiting-Probleme, Umsatzsteigerung, Krisenkommunikation? Erst wenn das klar ist, macht ein Angebot Sinn. Christian ergänzt das aus seiner Agentur-Perspektive: Komplexe B2B-Dienstleistungen lassen sich nur verkaufen, wenn man vorher wirklich zugehört hat.

Ein konkretes Beispiel aus der Episode: Kevin hat sich mit dem CMO der Deutschen Bank nach einem Panel-Event vernetzt – nicht mit einem Sales-Pitch, sondern weil beide das Thema „Human Experience statt Customer Experience“ geteilt haben. Der CMO hat die Anfrage sofort angenommen. Das ist der Unterschied zwischen einer echten Verbindung und einem plumpen Sales-Pfosten.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele LinkedIn-Vernetzungsanfragen darf man pro Woche schicken?

LinkedIn erlaubt maximal 150 Vernetzungsanfragen pro Woche. Wer mehr verschickt, riskiert, als Spam eingestuft zu werden und den Account einzuschränken. Kevin empfiehlt, täglich 30 bis 50 Anfragen zu verschicken und erst nach Annahme eine personalisierte Nachricht zu senden.

Was ist das Buch „4000 Wochen“ und für wen ist es geeignet?

„4000 Wochen“ von Oliver Burkeman zeigt, dass ein Menschenleben mit 80 Jahren nur rund 4000 Wochen umfasst – erschreckend wenig. Das Buch richtet sich an alle, die mit Zeitmanagement und übervollen To-do-Listen kämpfen. Es argumentiert, dass mehr Produktivität oft nur zu mehr Geschäftigkeit führt, statt zu echten Prioritäten.

Wie funktioniert Habit Tracking für Selbstständige praktisch?

Habit Tracking funktioniert am besten mit einer einfachen täglichen Liste aus priorisierten Gewohnheiten – zum Beispiel Sport, Meditation, Outreach. Kevin trackt Kategorien farblich nach Bereichen wie Mental Health, Arbeit und Sport. Jeden Abend reflektiert er den Tag kurz und hakt ab, was erledigt wurde. Am Monatsende sieht er schwarz auf weiß, was wirklich funktioniert hat.

Fazit und deine 3 Takeaways

Episode 101 liefert ehrliche Einblicke in zwei der wichtigsten Themen für Selbstständige: Wie man aktiv und authentisch Kunden gewinnt und wie man die eigene Disziplin messbar macht. Kein Bullshit, keine Hochglanz-Strategien – nur das, was Kevin und Christian gerade wirklich machen und was dabei rauskommt.

  • Starte LinkedIn Akquise mit echtem Interesse: Schau dir die Website des Kontakts an, benenne ein konkretes Problem und erkläre, wie du helfen kannst – kein Copy-Paste-Pitch.
  • Tracke deine Gewohnheiten schonungslos ehrlich: Nur Ja oder Nein, keine Ausreden. Ein Monat Tracking zeigt dir genau, wo du wirklich stehst und was sich ändern muss.
  • Lies „4000 Wochen“ – besonders wenn deine To-do-Liste dich regelmäßig erdrückt. Die Erkenntnis, dass du nicht alles schaffen kannst und das auch okay ist, verändert deinen Umgang mit Zeit nachhaltig.