Eine spontane Bali Überraschung für die eigene Familie, 25 Stunden Flugverspätung mit einer Billigairline, ein gewonnenes iPad und am Ende doch noch ein neues Gravelbike – Episode 104 von Weiter im Chaos packt richtig viel in eine Folge. Christian und Kevin erzählen von ihren Erlebnissen nach der Winterpause und liefern dabei jede Menge Denkanstöße rund ums Reisen, Kundenbeziehungen und das Thema „Was macht eigentlich echten Spaß?“.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Die Bali-Überraschung: Kevin fliegt heimlich nach Bali, um seine Familie zu überraschen – mit Kellner-Verkleidung und allem drum und dran.
- 25 Stunden Flugverspätung: Christian schildert das Chaos mit der Fluggesellschaft Marabu auf dem Weg nach Sardinien – und warum Kundenservice in Krisenzeiten so wichtig ist.
- Kundenbeziehungen auf Mallorca: Kevin wird von seinem Langzeitkunden zum Teamtrip nach Mallorca eingeladen – als echter Teil des Teams, nicht als Dienstleister.
- LinkedIn als Akquise-Kanal: Kevin teilt, wie er bereits seinen dritten Kunden über LinkedIn generiert hat – und warum Ausdauer sich auszahlt.
- Gravelbike-Kauf mit iPad-Finanzierung: Christian gewinnt ein iPad Air beim Handelsblatt-Gewinnspiel, verkauft es und kauft sich damit (plus Steuerrückerstattung) ein Canyon Grizzly 7.
- True Fun Konzept: Was das Buch „The Power of Fun“ über echten Spaß sagt – und warum Fahrradfahren für Christian gerade genau das erfüllt.
- Marathon-Vorbereitung: Christian trainiert mit einer strukturierten App für den Köln-Marathon am 1./2. Oktober und erklärt, wie kleine Technik-Anpassungen den Puls deutlich senken.
Wie plant man eine Überraschungsreise nach Bali ohne aufzufliegen?
Eine Überraschungsreise nach Bali gelingt, wenn man die Reisepläne der anderen Familie unauffällig über soziale Medien und „Freunde finden“ trackt, nur eine Nacht vorbucht und flexibel nachbucht. Der Schlüssel: nie direkt fragen, wo jemand ist – sondern indirekt über begeisterte Reisefotos der Mutter herausfinden, in welcher Stadt die Familie gerade steckt.
Kevin hat genau das gemacht. Er hat sich auf Kasse schwankende Finanzen trotzdem getraut, weil er immer etwas auf der Seite gelegt hatte. Er flog drei Tage nach seiner Familie nach Ubud, checkte in einem eigenen Hotel für eine Nacht ein und navigierte dann per GPS-Tracking seines Bruders durch die Stadt. Die entscheidende Szene: Seine Mutter saß nach der Massage in einem Restaurant und Kevin trat als Kellner verkleidet – weißes T-Shirt, Coronamaske – an ihren Tisch. Sie merkte minutenlang nichts. Das Video davon kursierte in den Instagram-Stories und zeigt den Moment, in dem der Bruder seinen Blick nicht von Kevin nehmen konnte und gleichzeitig nicht wusste, was er überhaupt sehen sollte.
Die wichtigste Erkenntnis für Kevin: Solche Momente zu schaffen kostet Überwindung und Planung, aber der emotionale Return ist enorm – für alle Beteiligten. Und Bali selbst? Wer die touristischen Hotspots meidet und stattdessen zum Beispiel einen lokalen Fischer fragt, ob man mitangeln darf, erlebt etwas, das kein Reiseführer beschreibt.
Was tun bei 25 Stunden Flugverspätung – und welche Airlines sollte man meiden?
Bei einer Flugverspätung über 24 Stunden hat man als Passagier klare Rechte auf Ausgleichszahlung und Betreuungsleistungen. Wichtig: Alle Kommunikationsversuche mit der Airline dokumentieren, Quittungen sammeln und im Zweifelsfall nach 24 Stunden aktiv einen Alternativflug suchen und die Kosten später zurückfordern.
Christian erlebte mit der Airline Marabu auf dem Flug nach Sardinien den absoluten Worst Case. Der Flug wurde zunächst auf 18 Uhr, dann auf 19 Uhr und schließlich auf den nächsten Tag um 7 Uhr verschoben – und dann noch mal auf 12 Uhr. Der Kundenservice war nicht erreichbar, Chatbots lieferten nur nichtssagende Standardantworten, und ein Mitreisender war extra von Stuttgart nach München gereist, nachdem er umgebucht worden war. Insgesamt wartete die Gruppe etwa 25 Stunden am Münchner Flughafen.
Christians Fazit ist eindeutig: Marabu fliegen? Direkt canceln und sich einen anderen Flug suchen. Was ihn aber fast mehr beschäftigt als die Verspätung selbst, ist die Kommunikation der Airline. Er überlegt sogar, das als LinkedIn-Thema aufzugreifen – denn intransparente Krisenkommunikation gegenüber emotional aufgeladenen Kunden ist ein Unternehmensversagen, das sich Unternehmen heute nicht mehr leisten sollten. Das Gute: Sardinien hat sich am Ende trotzdem gelohnt. Kristallklares Wasser, kinderfreundliche Strände, E-Mountainbike-Touren im Regen und eine Wanderung am Flussbett – auch wenn der „Flussbett-Pfad“ tatsächlich oben am Rand verlief.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich ein Gravelbike für Einsteiger oder reicht ein günstiges Fahrrad vom Decathlon?
Für Einsteiger empfiehlt Christian ausdrücklich, erst mit einem günstigen Modell (ca. 500–600 Euro vom Decathlon) zu starten und zu testen, ob man wirklich Spaß am Graveln findet. Erst wenn das klar ist, macht ein teureres Bike mit Rennradlenker und besserer Schaltung Sinn. Ausprobieren schlägt immer blindes Investieren.
Wie findet man auf Reisen authentische, nicht-touristische Erlebnisse?
Der beste Weg: Nicht bei Google suchen, sondern direkt an der Hotelrezeption nachfragen. Kevin wollte einen Angeltrip auf Bali und fand über den Hotelmitarbeiter einen lokalen Fischer, der ihn morgens um 5 Uhr mitnahm. Kein touristisches Angebot, keine 50 Boote – nur ein kleines Fischerboot und echte Einblicke ins lokale Leben.
Was ist „True Fun“ und wie findet man es im Alltag?
Laut dem Buch The Power of Fun entsteht echter Spaß, wenn drei Faktoren zusammenkommen: Connection (Verbindung zur Sache oder zu Menschen), Flow State (man vergisst alles um sich herum) und Playfulness (ein spielerisches Element). Christian beschreibt, dass Fahrradfahren für ihn gerade genau das erfüllt – ohne Leistungsdruck, einfach weil es Freude macht.
Fazit und deine 3 Takeaways
Episode 104 ist eine ehrliche Rückkehr nach der Winterpause: zwei Selbstständige, die zeigen, dass das Leben zwischen Projektflauten, spontanen Bali-Trips, Flugchaos und neuen Hobbys immer irgendwie weitergeht. Genau das macht den Podcast aus – keine Hochglanz-Selbstständigkeits-Story, sondern das echte Hin und Her.
- Trau dich zur Überraschung: Manchmal lohnt es sich, trotz knapper Kasse in einen Flieger zu steigen – der emotionale Wert für dich und andere kann die Investition bei Weitem übersteigen.
- Teste vor dem Kauf: Egal ob Gravelbike, Vespa oder neue Nische – erst ausprobieren, dann investieren. Ein günstiger Einstieg schützt vor teuren Fehlkäufen.
- Krisenkommunikation ist Kundenbindung: Ob Airline oder eigenes Business – wer in Krisenzeiten transparent und menschlich kommuniziert, gewinnt Vertrauen. Wer auf Chatbot-Antworten setzt, verliert es dauerhaft.



