Selbstreflexion in der Selbstständigkeit ist kein Nice-to-have – sie ist überlebenswichtig. In Episode 105 von Weiter im Chaos reden Christian und Kevin ungewohnt offen über Umzüge, Trennungen, ADS-Verdachtsdiagnosen, Glaubenssätze rund ums Geld und die ewige Frage: Wann ist genug genug? Diese Folge liefert keinen Business-Kurs, sondern echten Real Talk – und genau das macht sie so wertvoll.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Umzug auf der Überholspur: Kevin zieht in eine neue Wohnung in Köln – mit Blick auf den Dom und einer Paneele, die auf Millimeter genau ins Auto passt.
- Trennung, harmonisch: Kevin spricht offen über sein Single-Dasein nach einer entspannten, respektvollen Trennung.
- Glaubenssätze und Geld: Christian reflektiert seinen schwäbischen Glaubenssatz „schaffe, schaffe, Häusle baue“ und wie er ihn gerade hinterfragt.
- ADS im Erwachsenenalter: Kevin berichtet von seiner dreistündigen psychologischen Diagnostik – und warum er das Ergebnis fast egal ist.
- Sport als Anker: Beide sind sich einig – regelmäßige Bewegung ist der wichtigste Hebel für mentale Gesundheit.
- Ohne Erwartung auf Menschen zugehen: Kevin erzählt, wie ein Gespräch mit einem obdachlosen Skateboarder seinen Tag verändert hat.
- Generation Z und Arbeit: Christian kann das Wort „faul“ im Zusammenhang mit jüngeren Generationen nicht mehr hören – und erklärt warum.
Wie hilft Selbstreflexion dabei, als Selbstständiger nicht auszubrennen?
Selbstreflexion hilft Selbstständigen, eigene Glaubenssätze zu erkennen, Energie gezielt einzuteilen und rechtzeitig gegenzusteuern, bevor der innere Akku leer ist. Wer regelmäßig inne hält – durch Sport, Journaling oder ehrliche Gespräche – bleibt handlungsfähig statt reaktiv.
Christian beschreibt in der Episode ein klassisches Auf-und-Ab: An einem Tag fühlt sich alles nach 10 von 10 an, am nächsten nach 1 von 10. Was hilft? Nicht mehr Arbeit, sondern mehr Bewusstsein. Er hat sich bewusst ein Workbook von Leon Winscheid gekauft, um Gefühle und Emotionen neu einzuordnen – ein Schritt, den er vor zehn Jahren noch belächelt hätte.
Kevin ergänzt aus seiner eigenen Erfahrung: Er fährt seit August dreimal pro Woche mit dem Fahrrad und merkt dabei, dass er beim Fahren auf die besten Ideen kommt – aber nur, wenn er keine Kopfhörer trägt. Das unkontrollierte Abschweifen der Gedanken ist kein Bug, sondern ein Feature. Beide sind sich einig: Wer nie runterfährt, läuft irgendwann auf Reserve.
Was tun, wenn man sich als Freelancer ständig unter Druck fühlt?
Wenn du dich als Freelancer ständig unter Druck fühlst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine Bildschirmzeit, deine Routinen und deine Erwartungen an dich selbst. Oft steckt hinter dem Gefühl kein echter Mangel, sondern eine falsch priorisierte Aufmerksamkeit.
Kevin bringt es auf den Punkt: Er schaut auf seine Handyzeit und stellt fest, dass er an manchen Tagen fünf Stunden auf Social Media verbringt – und sich gleichzeitig fragt, warum er keine neuen Aufträge an Land zieht. Die Antwort liegt auf der Hand, ist aber schwer anzunehmen. Christian ergänzt mit einem Zitat, das er irgendwo aufgeschnappt hat: „Wenn du keine Motivation hast laufen zu gehen, dann musst du laufen gehen.“ Der innere Schweinehund wird nicht durch Nachdenken besiegt, sondern durch den ersten Schritt.
Ein konkreter Tipp aus der Folge: Schau, ob das, was dich gerade stresst, in fünf Jahren noch relevant sein wird. Wenn nicht, kann es jetzt auch nicht wirklich wichtig sein. Diese Perspektive hilft, Alltagsprobleme richtig einzuordnen – ohne sie zu verharmlosen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man ADS erst im Erwachsenenalter diagnostizieren lassen?
Ja, eine ADS- oder ADHS-Diagnose ist auch im Erwachsenenalter möglich. Kevin beschreibt in der Episode eine dreistündige psychologische Diagnostik bei einer Psychotherapeutin, die Kindheitserinnerungen, aktuelle Symptome und Konzentrationsprobleme im Berufsalltag umfasst. Wartezeiten in der Kasse können über ein Jahr betragen – privat geht es schneller.
Wie baut man als Selbstständiger eine stabile Morgenroutine auf?
Eine stabile Morgenroutine entsteht durch kleine, wiederholbare Gewohnheiten – nicht durch perfekte Pläne. Christian macht jeden Morgen Sport, auch wenn es nur 20 Minuten Yoga sind. Der Trick: Sportsachen anziehen, rausgehen, ersten Schritt machen. Das Gefühl danach ist jedes Mal besser als die Überwindung davor.
Wie geht man ohne Erwartungen auf fremde Menschen zu?
Einfach ansprechen, ohne ein Ziel zu verfolgen. Kevin hat einen obdachlosen Skateboarder im Kölner Mediapark angesprochen – ohne Plan, ohne Agenda. Das Ergebnis: ein echtes Gespräch, ein neuer Instagram-Kontakt und eine mögliche Zusammenarbeit. Das Schlimmste, was passieren kann: Die Person will ihre Ruhe. Und das wäre völlig okay.
Fazit und deine 3 Takeaways
Episode 105 ist keine Erfolgsgeschichte – sie ist ein ehrlicher Schnappschuss von zwei Menschen, die mitten im Leben stehen und laut denken. Genau das macht sie so hörenswert: Man erkennt sich selbst darin, ohne belehrt zu werden.
- Bildschirmzeit checken, bevor du sagst „ich habe keine Zeit“: Wer täglich mehrere Stunden scrollt, hat Zeit – er nutzt sie nur falsch. Eine Woche lang täglich nachschauen und ehrlich sein.
- Eine Aktivität finden, die wirklich runterfährt: Ob Fahrradfahren, Laufen oder Buch lesen – es muss kein Podcast dabei laufen. Unstrukturierte Zeit für den Kopf ist keine Zeitverschwendung, sondern Wartung.
- Ohne Erwartung auf Menschen zugehen: Nicht jedes Gespräch muss netzwerken sein. Manchmal reicht ein Satz zu jemandem Fremdem – und der Tag sieht danach komplett anders aus.
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