Ein echter Jahresrückblick und Vorsätze – das ist mehr als eine schnelle Liste mit Wünschen fürs neue Jahr. In Episode 109 von Weiter im Chaos zeigen Christian und Kevin, wie sie 2023 strukturiert reflektiert haben, welche Kategorien dabei wirklich helfen und warum die meisten Vorsätze schon nach zwei Wochen scheitern. In diesem Beitrag bekommst du die konkreten Methoden, Tools und Denkansätze aus der Episode – direkt umsetzbar.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Kevins Sprachnachrichten-Methode: Wie er eine halbe Stunde lang sein Jahr aus dem Gedächtnis durchspricht und dann per KI in Text umwandelt
- Christians Kategorien-System: Sechs Reflexionskategorien von Höhepunkten über Beziehungen bis Zukunftspläne – strukturiert in Obsidian
- Warum du dein Jahr schlechter in Erinnerung hast als es war – und wie ein bewusster Rückblick das korrigiert
- Das Kreisdiagramm mit 9 Kategorien: Body, Mind, Soul, Liebe, Familie, Freunde, Wachstum, Geld, Mission – und warum pro Kategorie nur ein Ziel gesetzt wird
- Discipline Equation von Steven Bartlett: Warum Disziplin nur funktioniert, wenn der wahrgenommene Wert des Ziels die Kosten übersteigt
- Atomic Habits im Alltag: Wie James Clears Prinzipien im Training und bei Gewohnheiten wirklich ankommen
- Gesundheit als Fundament: Warum beide Hosts Gesundheit in 2024 zur absoluten Prio 1 machen – und was das konkret bedeutet
Wie macht man einen sinnvollen Jahresrückblick mit Kategorien?
Ein sinnvoller Jahresrückblick funktioniert mit klaren Kategorien statt einer langen, unstrukturierten Liste. Kevin nutzt sechs Bereiche: Höhepunkte und Erfolge, Wachstum und Entwicklung, Sport und Gesundheit, Reisen und Erlebnisse, Beziehung und Gemeinschaft sowie Ziele und Zukunftspläne. Pro Kategorie werden Positives und Negatives notiert – monatlich aufgeteilt und möglichst detailliert.
Kevin geht dabei so vor: Erst spricht er eine halbe Stunde lang eine Sprachnachricht an sich selbst auf – einfach aus dem Gedächtnis, Monat für Monat durchgehen. Dann nimmt er seinen Kalender zur Hand und macht das Ganze noch einmal, um Details zu ergänzen, die er vergessen hatte. Anschließend lässt er beides per KI in Text umwandeln und sortiert alles sauber nach Kategorien. Das Ergebnis ist ein detailliertes Bild des vergangenen Jahres – inklusive Momenten, die man sonst völlig vergisst.
Christians Ansatz ist ähnlich, aber visueller: Er geht seine Fotos auf dem Handy durch und scrollt sich durchs Jahr. Sein wichtigster Erkenntnismoment war dabei, dass er sein Jahr im Dezember spontan mit einer 4,5 von 10 bewertet hätte – nach dem strukturierten Rückblick landete er bei einer 7 von 10. Das alleine zeigt, wie verzerrt unsere Wahrnehmung des vergangenen Jahres oft ist.
Wie setzt man Ziele für das neue Jahr, die wirklich funktionieren?
Ziele für das neue Jahr funktionieren dann, wenn du pro Lebensbereich nur ein einziges Hauptziel definierst und dieses nach Priorität ordnest. Statt einer langen Wunschliste pro Kategorie wird die eine wichtigste Sache identifiziert – alles andere kommt dahinter. So entsteht Klarheit statt Überforderung.
Kevin nutzt dafür ein visuelles Kreisdiagramm mit neun Kategorien: Body, Mind, Soul, Liebe, Familie, Freunde, Wachstum, Geld und Mission. Für jede Kategorie gibt es eine Prioritätenliste, aber das absolute Hauptziel steht ganz oben. Dieses Diagramm hat er immer im Blick, damit er sich nicht im Alltag verliert und weiß, woran er gerade arbeitet.
Christian ergänzt das mit dem Konzept der perfekten Woche aus einem Ali Abdaal Video: Er hat in einem separaten Google-Kalender-Account eingetragen, wie eine ideale Woche für ihn aussieht – inklusive Training, Spaziergängen, Café-Besuchen und Arbeitszeiten. Das gibt ihm eine Vorlage, an der er sich orientieren kann, ohne starr daran festzuhalten.
Häufig gestellte Fragen
Warum scheitern die meisten Vorsätze nach kurzer Zeit?
Laut Kevin liegt es daran, dass zu viele Ziele auf einmal gesetzt werden, ohne klaren Plan, wie man sie angehen will. Dazu kommt das Problem der kurzfristigen Denkweise: Unser Gehirn ist nicht darauf ausgelegt, Belohnungen zu akzeptieren, die erst in Monaten sichtbar werden. Die Lösung ist eine einfache, dauerhafte Gewohnheit statt kurzfristiger Vollgas-Aktionen.
Was ist die Discipline Equation und wie hilft sie bei Vorsätzen?
Die Discipline Equation von Steven Bartlett lautet: Disziplin gleich wahrgenommener Wert des Ziels plus Belohnung für das Streben minus Kosten des Strebens. Funktioniert eine Gewohnheit nicht, sind meist die Kosten zu hoch oder der wahrgenommene Wert zu gering. Das erklärt, warum manche Routinen klappen und andere nicht.
Welche Rolle spielt Gesundheit bei der Jahresplanung?
Für beide Hosts ist Gesundheit in 2024 die absolute Priorität – und das nicht nur körperlich. Körper, Geist und Seele gehören zusammen. Steven Bartlett nennt Gesundheit das erste Fundament für alles andere. Wer fit ist, arbeitet produktiver, ist mental stabiler und tritt in allen Lebensbereichen überzeugender auf. Gesundheit ist die Basis, nicht ein Nice-to-have.
Fazit und deine 3 Takeaways
Ein ehrlicher Jahresrückblick mit klaren Kategorien zeigt dir, wie gut dein Jahr wirklich war – und wo du ansetzen willst. Weniger Ziele, mehr Fokus und dauerhafte Gewohnheiten statt kurzfristiger Vorsätze sind der Kern dieser Episode. Gesundheit als Fundament zu setzen ist der Game Changer, den Christian und Kevin beide für 2024 beschlossen haben.
- Mach deinen Jahresrückblick strukturiert: Nimm sechs Kategorien, geh Monat für Monat durch – mit Sprachnachricht, Kalender oder Fotos – und schreib auf, was wirklich passiert ist.
- Setze pro Lebensbereich nur ein Hauptziel: Erstelle eine Prioritätenliste statt einer endlosen Wunschliste – so weißt du immer, was als nächstes dran ist.
- Baue Gewohnheiten im Kleinen auf: Zweimal pro Woche Training, täglich fünf Minuten Tagebuch oder ein kurzer Spaziergang morgens – klein anfangen, dranbleiben, langfristig denken.



