Lebenslauf und Karriereweg – das sind zwei Dinge, die in der Realität oft sehr wenig miteinander zu tun haben. In Episode 121 von Weiter im Chaos sprechen Christian und Kevin darüber, wie sie eigentlich da gelandet sind, wo sie heute stehen – und was Zufall, Netzwerke und ein bisschen Mut dabei wirklich bedeuten. Wenn du gerade vor einer Karriereentscheidung stehst oder dich fragst, ob dein Plan überhaupt Sinn ergibt, ist diese Folge genau richtig für dich.

Was dich in dieser Episode erwartet

  • Wie Kevin vom Studium in Furtwangen über ProSieben und Serviceplan zu seiner aktuellen Teamleiter-Rolle gekommen ist – und wie wenig das geplant war
  • Warum Zufall und Networking oft mehr bewirken als der perfekte Lebenslauf
  • Weshalb du dir den Druck nehmen solltest, alles im Voraus zu planen
  • Wie Christian durch Sitzenbleiben, Corona und Spontanentscheidungen selbstständig wurde
  • Die 5-Minuten-5-Tage-5-Wochen-Regel für Probleme und Herausforderungen
  • Warum Netzwerken weder Sales-mäßig sein muss noch davon abhängt, ob du introvertiert bist
  • Buchempfehlung: Whatever You Think, Think the Opposite – und warum Zuhören dein stärkstes Werkzeug ist

Lebenslauf und Karriereweg – wie viel kann man wirklich planen?

Lebenslauf und Karriereweg folgen selten einem geraden Pfad. Die meisten erfolgreichen Wege entstehen durch eine Mischung aus Neugier, Netzwerken und glücklichen Zufällen – nicht durch akribische Fünfjahrespläne. Wer offen bleibt, Chancen nutzt und auf Menschen zugeht, kommt oft weiter als jemand, der alles bis ins Detail durchplant.

Kevin erinnert sich noch genau, wie er in seinem Zimmer in Furtwangen saß und sich den Kopf über sein Praxissemester zerbrochen hat. Drei Bewerbungsgespräche bei SEO-Agenturen, alles auf einmal – und heute leitet er ein Team mit sieben Leuten in einer Agentur. Hätte er das damals so erwartet? Nein. Und genau darum geht es: Der Druck, alles richtig zu machen, ist meistens größer als nötig. Christian ist sogar sitzen geblieben – und wäre er das nicht, hätte er nie mit Kevin studiert, wäre nie nach Köln gegangen und wäre wahrscheinlich nicht selbstständig geworden. Zufall oder Schicksal? Irgendwas dazwischen.

Wie wichtig ist Netzwerken wirklich für den Karriereweg?

Netzwerken ist laut Christian und Kevin das wichtigste Asset überhaupt – egal ob du angestellt oder selbstständig bist. Es geht nicht darum, sich zu verkaufen, sondern echte Verbindungen aufzubauen. Wer authentisch auf Menschen zugeht, baut sich ein Netzwerk auf, das im richtigen Moment den entscheidenden Unterschied macht.

Kevin berichtet, wie er auf einer BlaBlaCar-Fahrt jemanden kennengelernt hat – einfach gequatscht, gelacht, Humor gezeigt. Erst später stellte sich heraus, dass die Person ein hochrangiger Manager bei einem großen Verlag war. Kein Auftrag kam zustande, aber der Kontakt ist da. Ähnliches passiert ihm auf Workations: Einer wurde zum Kooperationspartner, mit einem anderen gründet er eine neue Firma. Laut HubSpot entstehen viele Geschäftsbeziehungen über persönliche Empfehlungen – das deckt sich genau mit dem, was Christian und Kevin hier beschreiben. Und auch introvertierte Menschen können das lernen: Netzwerken ist ein Skill, kein Talent.

Häufig gestellte Fragen

Wie gehe ich mit dem Druck um, den richtigen Karriereweg zu wählen?

Nimm dir den Druck selbst – das ist die klare Botschaft aus Episode 121. Die Welt ist volatil, Märkte verändern sich, und kein Lebenslauf läuft linear. Stefan Raab war mal Metzger, Klaas Heufer-Umlauf hat eine Friseurausbildung gemacht. Was zählt, ist, dass du offen bleibst, Chancen nutzt und weitergehst.

Muss ich introvertiert sein, um schlechter zu netzwerken?

Nein. Introvertiert bedeutet lediglich, dass du Energie eher aus der Stille ziehst – nicht, dass du nicht mit Menschen interagieren kannst. Netzwerken ist ein erlernbarer Skill. Authentizität und echtes Interesse an der anderen Person zählen mehr als Extroversion.

Was tun, wenn eine Herausforderung überwältigend wirkt?

Christian empfiehlt die 5er-Regel: Ist das Problem in fünf Minuten, fünf Tagen, fünf Wochen oder fünf Jahren noch relevant? Wenn du beim dritten Punkt merkst, dass es dann egal ist, relativiert sich der Stress sofort. Jede Lebensphase hatte ihre Herausforderungen – und rückblickend waren sie alle lösbar.

Fazit und deine 3 Takeaways

Episode 121 macht eines sehr klar: Der perfekte Lebenslauf und Karriereweg existiert nicht – und das ist gut so. Was zählt, sind echte Verbindungen, Offenheit für Zufälle und die Bereitschaft, einfach mal loszugehen. Schau dir gerne auch alle Episoden von Weiter im Chaos an, wenn du mehr solche ehrlichen Einblicke in Selbstständigkeit und Karriere willst.

  • Netzwerk jeden Tag: Geh auf Menschen zu – auf Veranstaltungen, in BlaBlaCars, in Communities. Nicht mit Sales-Absicht, sondern mit echtem Interesse. Du weißt nie, wer dir wann weiterhilft.
  • Lass den Lebenslauf-Perfektionismus los: Ein Jahr Australien, ein Umweg, ein Unternehmenswechsel – das ist keine Schwäche. Es ist dein Weg. Große Namen sind nett, aber was dir wirklich Spaß macht, zählt mehr.
  • Nutze die 5er-Regel bei Stress: Frag dich, ob dein aktuelles Problem in fünf Wochen noch relevant ist. Meistens nicht – und allein dieser Gedanke nimmt dir sofort den Druck.