Der Weg vom Freelancer zum Startup-Gründer ist alles andere als geradlinig – und Kevin Roeder zeigt in Episode #141 von Weiter im Chaos genau das: ungeschönt, ehrlich und mit allem, was gerade schiefläuft oder richtig gut funktioniert. In dieser Folge erfährst du, wie er parallel seine Videografie-Selbstständigkeit am Laufen hält, die Loop Studio GmbH aufbaut und nebenbei schon mit KI-Agenten wie OpenClaw experimentiert. Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, ein Produkt oder eine Software zu bauen, bekommst du hier echte Einblicke statt Hochglanz-Content.
Was dich in dieser Episode erwartet
- Wie Kevin nach 5 Jahren Freelancing seine GmbH Loop Studio gegründet hat und was ihn dabei überrascht hat
- Warum das Produkt noch nicht offiziell gelauncht ist – und was die ehrlichen Gründe dafür sind
- Was Loop Studio konkret macht: Content-Ideen aus Reels automatisch in Drehbücher und Shotlisten verwandeln
- Wie Kevin OpenClaw auf einem eigenen Server betreibt und sein Obsidian-Vault als persönliches Second Brain damit verknüpft
- Warum regelmäßiger Content für ihn das wichtigste Marketing-Werkzeug ist – und warum er selbst damit kämpft
- Was ADHS mit KI-Agenten und Tagesplanung zu tun hat
- Wie du auch als Einsteiger mit KI-Tools deine Selbstständigkeit smarter aufbauen kannst
Freelancer zum Startup-Gründer: Wie funktioniert das konkret?
Als Freelancer zum Startup-Gründer zu werden bedeutet vor allem eines: du baust ein zweites Standbein auf, während das erste noch läuft. Kevin hat die Loop Studio GmbH im Dezember gegründet, arbeitet mit einem Technik-Partner zusammen und ist selbst erster Beta-Tester des Produkts – seit fast einem Jahr. Das Kernprodukt: du schickst ein inspirierendes Reel rein, die App transkribiert es und liefert dir eine Shotliste plus Skript zurück.
Die größte Herausforderung dabei ist nicht das Produkt selbst, sondern alles drumherum. Pricing, Landingpage, Feature-Planung, Teamkommunikation über Slack – und das Gefühl, als Geschäftsführer zu agieren, obwohl man von Natur aus eher empathisch und offen ist als durchsetzungsstark. Kevin beschreibt es sehr treffend: es fühlt sich komisch an, auf Ressourcen zurückzugreifen, für die man selbst nicht direkt bezahlt. Genau diese Art von Ehrlichkeit macht den Unterschied zwischen echtem Unternehmer-Content und Selbstvermarktung.
Was ist OpenClaw und wie nutzt Kevin es für seine Produktivität?
OpenClaw ist ein Open-Source-Projekt eines österreichischen Entwicklers, das einem KI-Modell – zum Beispiel ChatGPT – kontrollierten Zugriff auf deinen PC oder Server gibt. Du kannst damit E-Mails lesen lassen, Programme schreiben lassen oder auf dein gesamtes Dateisystem zugreifen. Das Sicherheitsrisiko ist real, weshalb Kevin das Tool bewusst in einer Sandbox auf einem eigenen Server betreibt – Anschaffungskosten rund 750 Euro, laufende Stromkosten ca. 2–3 Euro pro Monat.
Kevins spannendster Use Case: sein Obsidian-Vault mit drei Jahren täglicher Sprachnotizen und Journal-Einträgen wird als Kontext-Datenbank für verschiedene KI-Agenten genutzt. Ein Marketing-Agent greift nur auf getaggte Marketing-Notizen zu, ein Planungs-Agent durchsucht To-do-Listen, E-Mails und Journal gleichzeitig – und erinnert ihn aktiv daran, welches Projekt gerade wirklich Priorität hat. Für jemanden mit ADHS ist das kein Spielzeug, sondern ein ernsthaftes Produktivitäts-Werkzeug. Laut einer Statista-Erhebung zur KI-Nutzung in deutschen Unternehmen setzen immer mehr Selbstständige und KMUs auf KI-gestützte Automatisierung – der Trend, den Kevin hier praktisch lebt, ist also kein Einzelfall.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Loop Studio und wie kann ich es testen?
Loop Studio ist aktuell unter loopstudio.app verfügbar und kostet derzeit 15 Euro pro Monat. Kevin weist ausdrücklich darauf hin, dass sich das Pricing noch ändern kann – je nach tatsächlichen API-Kosten der KI-Modelle. Wer früh einsteigt, sichert sich möglicherweise den günstigsten Preis.
Muss ich als Freelancer sofort eine GmbH gründen, wenn ich ein Produkt bauen will?
Nicht unbedingt. Kevin empfiehlt, erst mal nebenbei aufzubauen – so wie er selbst jahrelang Videoprojekte neben einem Angestelltenverhältnis gemacht hat. Die GmbH macht Sinn, wenn das Produkt konkret wird und du einen Mitgründer oder externe Ressourcen einbindest. Vorher reicht oft ein Einzelunternehmen oder eine UG.
Ist OpenClaw sicher für den beruflichen Einsatz?
Das kommt stark auf die Einrichtung an. Kevin betreibt OpenClaw bewusst auf einem separaten Server in einer Sandbox – ohne direkten Zugriff auf Kundendaten. Für den Einstieg empfiehlt er, genau zu definieren, auf welche Ordner und Programme der Agent zugreifen darf, bevor man sensible Daten freigibt.
Fazit und deine 3 Takeaways
Der Weg vom Freelancer zum Startup-Gründer ist kein Sprint, sondern ein Prozess voller offener Fragen, kleiner Rückschritte und echter Aha-Momente. Kevin zeigt in dieser Episode, dass Transparenz keine Schwäche ist – sondern genau das, was echtes Vertrauen aufbaut. Wenn du mehr solche ehrlichen Einblicke in Selbstständigkeit, KI und Unternehmertum willst, schau dir gerne alle Episoden von Weiter im Chaos an.
- Starte nebenbei: Bau dein Produkt oder deine Dienstleistung parallel zu deinem bestehenden Job oder Freelancing auf – Netzwerk und erste Projekte kommen vor dem Vollzeit-Sprung.
- Nutze dein Second Brain aktiv: Wenn du ohnehin Notizen machst – in Obsidian, Notion oder wo auch immer – dann strukturiere sie mit Tags, damit KI-Agenten später sinnvoll darauf zugreifen können.
- Experimentiere mit KI-Agenten konkret: Überleg dir zuerst, welche Alltagsaufgaben dich nerven oder Zeit kosten – und such dann den passenden Use Case für Tools wie OpenClaw oder Custom GPTs, statt blind zu konsumieren, was andere damit machen.



